Demenz-Parcours
Der Demenz-Simulator
Demenz hautnah nachempfinden
Ein Perspektivwechsel, der Augen öffnet – Wie fühlt sich ein Leben mit Demenz an?
Wer nicht von Demenz betroffen ist, kann nicht nachvollziehen warum Menschen mit Demenz in scheinbar einfachen Alltagssituationen gestresst, wütend oder völlig blockiert reagieren. Warum fällt es so schwer, eine Kaffeetasse zu greifen, eine Jacke zuzuknöpfen oder den Weg zum Badezimmer zu finden?
Mit dem Demenz-Simulator machen wir das Unsichtbare sichtbar. Der interaktive Parcours ermöglicht es Angehörigen, Freunden, Pflegekräften und Interessierten, die Symptome und emotionalen Belastungen einer Demenzerkrankung am eigenen Leib zu erfahren.

Was macht der Demenz-Simulator mit uns?
Der Simulator besteht aus verschiedenen Stationen, die alltägliche Situationen nachstellen – vom morgendlichen Ankleiden bis zum gemeinsamen Kaffeetrinken. Durch den gezielten Einsatz von Spiegeln, Spezialhandschuhen, veränderten Sichtfeldern oder irritierenden Anweisungen wird Ihr Gehirn vor dieselben Hürden gestellt wie das eines Menschen mit Demenz.
Dabei erleben Sie hautnah die emotionalen Phasen, die auch Erkrankte täglich durchlaufen:
- Die eigene Ohnmacht spüren: Wenn die Hände nicht das tun, was der Kopf will.
- Frustration und Stress: Wenn eine einfache Aufgabe unter Beobachtung scheinbar unlösbar wird.
- Scham und Rückzug: Das Gefühl, versagt zu haben, und der Wunsch, der Situation zu entfliehen.
Ganz wichtig: Der Demenz-Parcours ist nicht für Menschen mit Demenz geeignet und er wurde nicht entwickelt, um eine Diagnose zu stellen.
Warum dieser Perspektivwechsel den Pflegealltag verändert
Wer einmal selbst die Frustration und Hilflosigkeit gespürt hat, sieht Menschen mit Demenz danach mit völlig anderen Augen.
- Mehr Empathie statt Ungeduld: Sie verstehen besser, warum Ihr Angehöriger manchmal „schwierig“ reagiert. Es ist keine Absicht, sondern das Gefühl der Überforderung.
- Feinfühlige Kommunikation: Sie lernen, wie wichtig klare, ruhige Gesten und einfache Worte im Alltag sind.
- Entlastung durch Verständnis: Wenn Sie die Logik hinter dem Verhalten verstehen, fällt es Ihnen leichter, in stressigen Momenten gelassen zu bleiben.
Das erwartet Sie, wenn Sie an unserem Demenz-Parcours teilnehmen:
Nach der Begrüßung stellen wir Ihnen die Personen vor, die Sie durch den Parcours begleiten werden. Es sind Menschen, die über Erfahrungen im Umgang mit demenzerkrankten Menschen und über Fachwissen verfügen. Diese Begleitpersonen sind für Sie jederzeit ansprechbar.
Anschließend erklären wir Ihnen die Aufgaben und den Ablauf des Parcours. Und dann geht es los!
Die Bilder unten erklären die einzelnen Aufgaben und die Funktion der Spiegelboxen:
Der Abschluss der Veranstaltung
Zum Abschluss der Veranstaltungen setzen sich alle Beteiligten noch einmal zusammen, damit Gefühle und Erfahrungen verarbeitet und mit den anderen Teilnehmenden ausgetauscht werden können. Hierfür stehen die Begleitpersonen und der Dipl.-Psychologe des Demenzkreises, Horst Merkel, zur Verfügung.
Die Teilnehmenden unseres Demenz-Parcours waren bislang durchweg der Meinung, dass sie Verhaltensweisen ihrer Angehörigen oder Bekannten, wie zum Beispiel Trauer oder Aggressivität, nach den selbst gemachten Erfahrungen besser verstehen können.
Einen herzlichen Dank an alle Teilnehmenden und Helferinnen und Helfer!